Sonntag, 25. November 2012

Vorsicht, Falle! Miese Tricks unseriöser Autohändler


Sie haben sich entschieden einen neuen Gebrauchtwagen zu kaufen und gehen zum Händler. Zwei Wochen später haben Sie einen Autounfall und der Kfz-Gutachter sagt Ihnen, dass Ihr neuer Gebrauchter einen Unfallschaden hatte. Und das obwohl im Kaufvertrag ausdrücklich dieses Fahrzeug als "unfallfrei" deklariert wurde. Leider kein Einzelfall in meiner Tätigkeit als Kfz-Gutachter und Sachverständiger in Berlin.

Einer meiner ganz fiesen Fälle war der, das eine Kundin mit einem Haftpflichtschaden zu mir ins Büro kam und sie das Fahrzeug zwei Wochen zuvor bei einem Händler als unfallfrei erwarb. Im Laufe der Schadenregulierung stellte sich aber heraus, dass dieses Fahrzeug in der Vergangenheit bei einer Versicherung als Totalschaden abgerechnet wurde. Die jetzige gegnerische Versicherung die den Schaden regulieren sollte, weigerte sich den neuen Unfallschaden zu regulieren, da die neue Fahrzeughalterin in der Schadenmeldung angab, dass dieses Fahrzeug unfallfrei ist. Letztendlich regulierte die Versicherung nur den Schaden, da die Fahrzeughalterin mit dem Kaufvertrag nachweisen konnte, dass das Fahrzeug ihr als unfallfrei verkauft wurde.

Das sind die 8 Tricks unseriöser Autohändler!

1. Gewährleistungsausschluß

Verkauft ein Autohändler ein gebrauchtes Fahrzeug an eine Privatperson, darf er die gesetzliche Gewährleistung nicht ausschließen. Oft tricksen Autohändler, indem sie das Fahrzeug "im Auftrag" oder "Privat" anbieten.

2. Manipulierter Tachostand

Mit dem Computer kann der Tacho an fast jedem Fahrzeug in wenigen Minuten "runter gestellt" werden. Achten Sie deshalb auf den Gesamteindruck am Fahrzeug und auf das Checkheft und auf Berichte der Hauptuntersuchung. Selbst ein Kontakt mit dem Vorbesitzer kann nicht schaden.

3. Verstecke Unfallschäden

Achten Sie auf Farbunterschiede, Arbeitsspuren an Verschraubungen, z.B. am Kotflügel vorn. Stimmen die Spaltmaße. Lassen Sie die Dicke der Lackschichtdicke mit einem Lackschichtdickenmessgerät überprüfen.

4. Optische Tricks

Sicherlich sieht es schick aus, wenn beim Händler ein Fahrzeug steht, wo der Motorraum glänzt. Der Nachteil aber einer solcher Aufbereitung ist der, das sich an einem frisch gereinigten Motor nicht feststellen lässt, ob dieser Öl verliert, Genauso sollten Sie bei frisch geschwärzten Reifen auf das Herstellungsjahr achten.

5. Verkaufsdruck

Hier ist es genauso wie beim Hauskauf "Sie müssen sich schnell entscheiden, wir haben noch andere Interessenten". Lassen Sie sich nicht vom Verkäufer unter Druck setzten, nehmen Sie sich Zeit. Ich hatte mal einen Kunden, der sich 15! Porsche 911 angeschaut hat, bis er den richtigen gefunden hat.

Tipp: Sie bekommen ein sehr gutes Bauchgefühl, wenn Sie mal wirklich zu 10 verschiedenen Autohändlern gehen und sich Fahrzeuge anschauen. Danach können Sie schon mal 7 Händler streichen, die Sie über den Tisch ziehen möchten.

6. HU und Garantie kosten extra

Der ausgewiesene Preis sollte der Endpreis sein. Ist die neue Hauptuntersuchung nur gegen extra Aufpreis möglich, sind meist Mängel am Fahrzeug. Bei "Fähnchenhändlern" kostet die Garantie meisten extra.

7. Gefälschtes Scheckheft

Ein Scheckheft mit allen Stempeln schafft Vertrauen. Aber nur, wenn es echt ist. Originale Rechnungen, Ölzettel und Aufkleber im Motorraum belegen konkrete Wartungs- und Reparaturarbeiten.

8. Verweigerung eines Checks

Sie sind unsicher, möchten das Fahrzeug vor dem Kauf von einem Kfz-Sachverständigen überprüfen lassen? Windige Händler, die Mängel verbergen wollen, spielen da oft nicht mit.

Tipp: Nehmen Sie sich beim Gebrauchtwagenkauf immer genug Zeit, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, vergleichen Sie die Angebote.

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